In der Echokammer

Fundamentalistisch, extremistisch, radikalistisch, terroristisch dank Facebook und Twitter?

Es wird wahrgenommen und geglaubt, was der eigenen Meinung entspricht. Parallelwelten entstehen. Eine digitale Disputethik ist kaum noch vorhanden.

Immer mehr Menschen vertreten  immer radikalere Positionen. Das Netz lanciert gesellschaftliche Extreme. Digitale Schlammschlachten werden ausgetragen.

""Muslimischer Terrorist schneidet französischem Lehrer den Kopf ab und ruft Allahu akbar". "Dieses Islamgesindel muss raus aus Europa.". "Ihnen einfach auch den Kopf abschneiden".

So und ähnlich wird das Netz geflutet. Wir registrieren eine neue Wut- und Hass-Kultur, auch in Deutschland. Ein Grund: Das Internet. Jedoch. Rechtes oder linkes extremes Potential existiert nicht erst seit Facebook und Twitter, ausländerfeindliche Aversionen und Aggressionen bestehen seit den frühen Sechzigern. Das Netz macht diese Ressentiments - meistens anonymisiert - sichtbar Ja, das Netz radikalisiert Menschen zunehmend.

"Meine Empfehlung: Lesen Sie parallel die Werke von Carolin Emcke und Alexi Zentner."

Horst G. Flämig, Moderation

Das Sachbuch

"Kritische, aber letztlich zuversichtliche Positionen über die nie vollendete Demokratie und den Sinn von Diversität und Selbstzweifel. Gedanken Emckes, die aber auch Zweifel aufkommen lassen."  (H. G. F.)

Carolin Emcke, eine der wichtigsten Intellektuellen der Gegenwart, äußert sich in ihrem engagierten Essay »Gegen den Hass« zu den großen Themen unserer Zeit: Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit. In der zunehmend polarisierten, fragmentierten Öffentlichkeit dominiert vor allem jenes Denken, das Zweifel nur an den Positionen der anderen, aber nicht an den eigenen zulässt. Diesem dogmatischen Denken, das keine Schattierungen berücksichtigt, setzt Carolin Emcke ein Lob des Vielstimmigen, des »Unreinen« entgegen - weil so die Freiheit des Individuellen und auch Abweichenden zu schützen ist. Allein mit dem Mut, dem Hass zu widersprechen, und der Lust, die Pluralität auszuhalten und zu verhandeln, lässt sich Demokratie verwirklichen. Nur so können wir den religiösen und nationalistischen Fanatikern erfolgreich begegnen, weil Differenzierung und Genauigkeit das sind, was sie am meisten ablehnen.Für alle, die überzeugende Argumente und Denkanstöße suchen, um eine humanistische Haltung und eine offene Gesellschaft zu verteidigen.

Der Roman

"Ein Bild aus einer rassistischen Familie der weißen amerikanischen Unterschicht. Rassisten sind hier keineswegs nur übel, sondern eben auch pflichtbewusste Staatsbürger und treusorgende, liebevolle Ehemänner und Väter. Sprachlich mit einer Menge rassistischer Ausdrücke garniert. Unappetitlich. Vielleicht wollte der Autor damit die Authentizität herausstellen."  Lesenswert, wie ich meine. Aber nichts für Liebhaber*innen der feinsinnigen, stilvollen Literatur". (H. G. F.)

Seine Familie glaubt an die Überlegenheit der weißen Rasse, und damit scheint für den jungen Jessup alles entschieden. Doch nach der Rückkehr seines Stiefvaters aus dem Knast und einem tragischen Unfall muss er endlich selbst Antworten finden auf die Fragen: Was glauben, wem folgen, wen lieben?
Alexi Zentner hat einen Anschlag von Neonazis auf sein Elternhaus in Literatur verwandelt. Gegen Hass und Gewalt setzt er die Kraft des Erzählens. Gegen Hetze und Fanatismus die Fähigkeit, sich einzufühlen, in einen jungen Mann auf der anderen Seite.

Eine "Farbe zwischen Liebe und Hass ist ein Familienporträt, ein Coming-of-Age-Roman, eine Geschichte über Loyalität, Zugehörigkeit und die Gefühle in den dunkelsten Ecken des heutigen Amerikas.