Französisch-Indochina | Die Perle des französischen Kolonialreiches. Ein riesiges Bordell. 

Heisse Küste

Marguerite Duras  et  L'Illusion Coloniale


Der Kolonialismus war ein sexuelles Unternehmen. In ihrem 1950, also zu Beginn der Dekolonisierung, erschienenen und entschieden anti-kolonialistischen Buch zeichnet Marguerite Duras ein zugleich persönliches und politisches Portrait des damaligen Französisch-Indochinas. Sie arbeitet unter anderem heraus, welche Rolle die körperliche und sexuelle Unterwerfung in den kolonialistischen Machtbeziehungen spielte.

Der Roman war im Erscheinungsjahr für den Goncourt-Preis nominiert, ging dann aber leer aus. Zu marxistisch, zu subversiv, zu vaterlandskritisch – für die damalige Zeit. Heute ist das Werk als eines der ersten literarischen Werke anerkannt, das die Kolonisierung offen anprangerte.

Es ist geplant, 2021 im Ramen eines Exkurses das Buch zu besprechen. Wir beschäftigen uns mit der Autorin Marguerite Duras. Und durchleuchten die gesellschaftspolitische Entwicklung Vietnams. Von den frühen Dynastien über die Jesuiten und Franziskaner, die ihre Religion ins Land brachten, die französische Kolonialherrschaft, den Indochinakrieg, den Vietnamkrieg bis hin zur KVP und ihrem politischen Machtmonopol.

Prostitution, Vergewaltigung, Zwangsarbeit und die systematische Erniedrigung der einheimischen Bevölkerung waren Mechanismen, derer sich die europäischen Siedler bedienten, um aus den Kolonien größtmöglichen Profit zu schlagen. Die Unterwerfung der Menschen in den Kolonien war aber nicht nur körperlicher, sondern auch ideologischer Art.

In der unerträglichen Hitze Indochinas hegt Suzanne nur einen Wunsch: so schnell wie möglich raus aus diesem Elend! Einziger Ausweg scheint der reiche Plantagenbesitzer Herr Jo zu sein, den sie nach dem Willen ihrer Mutter heiraten soll. Doch Suzanne entscheidet sich anders... Marguerite Duras' halbbiografischer Roman «Heisse Küste», der vom Schicksal einer armen französischen Familie in Indochina handelt, sorgte 1950 für einen großen Erfolg.

Der Suhrkamp Verlag hat in diesem Jahr eine Neuauflage herausgegeben..

Das Werk Marguerite Duras' umfasst 50 Bücher und Theaterstücke und ca. 20 eigene Filme.


Marguerite Duras wurde am 4. April 1914 in der ehemaligen französischen Kolonie Gia Dinh, dem heutigen Vietnam als Marguerite Donnadieu geboren und starb am 3. März 1996 in Paris. Sie besuchte das Lycée Français in Saigon und machte 1931 Abitur. Ein Jahr später siedelte die Familie nach Paris um, wo sie an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Paris und an der École des Sciences Politiques studierte. Von 1935 bis 1941 arbeitete sie als Sekretärin im Ministère des Colonies. 1939 heiratete sie Robert Antelme. Beide waren ab 1940 in der Résistance aktiv. Antelme wurde später ins Konzentrationslager Dachau deportiert. 1943 erschien ihr Debütroman Les Impudents (Die Schamlosen) unter dem Pseudonym Marguerite Duras, welchem keine besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zuteil kam. Mit Un Barrage contre le Pacifique (Heiße Küste), das 1950 erschien, hatte Duras größeren Erfolg. Sie schrieb nicht nur Romane, sondern verfasste auch Theaterstücke und trat als Filmregisseurin in Erscheinung.

Foto: © Jerry Bauer/Suhrkamp Verlag

Literarische Fluchtversuche. Poetische Erinnerungsscherben.

"Heiße Küste" (1950), über "Der Liebhaber", den Roman, für den sie 1984 den Prix Goncourt erhielt, und "Der Schmerz" (1985) bis zu "Der Liebhaber aus Nordchina" (1991)

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Un barrage contre le Pacifique. 


Verfilmt 2007 mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle.

Doku auf Arte. Unappetitlich. Wahr. Ein Meer aus Blut, Korruption, Plünderung. Sexarbeiterinnen. Sklavengleiche Arbeiter. Eine Alltagsbeschreibung. 

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Pornotropic - "Heiße Küste" 

Doku | ARTE

Die Dokumentation lässt anhand von Auszügen aus dem Buch und unveröffentlichten Filmaufnahmen von Soldaten und Siedlern aus dem Französisch-Indochina der 1920er und 30er all die Menschen wiederaufleben, die in der offiziellen Geschichte keinen Platz haben. Darunter einheimische Sexarbeiterinnen oder sklavengleiche Arbeiter der großen französischen Industriefirmen.

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