Bestseller von morgen | Ein Bericht

KANAKY | JOSEPH ANDRAS

Das Porträt eines außergewöhnlichen Mannes, des kanakischen Unabhängigkeitskämpfers Alphonse Dianou. 

Erscheinungsdatum 15. März 2021

Bis heute gehört die südpazifische Inselgruppe Neukaledonien zu Frankreich. Um den kanakischen Unabhängigkeitskämpfer Alphonse Dianou, der dort bei einer vom französischen Militär blutig beendeten Geiselnahme ums Leben kam, ranken sich die widersprüchlichsten Legenden. Joseph Andras beginnt nachzuforschen, er reist an den Ort des Geschehens, trifft Dianous Witwe, Vertraute und Zeitzeugen. Seine Notizen, Gespräche und Begegnungen verbindet er zu einem augenöffnenden Text, der in den Kern eines hier kaum bekannten Konflikts dringt. Voller literarischer Kraft erzählt Andras von einer schillernden Figur des antikolonialen Widerstands, von einer verdrängten Kultur und einem Land, zerrissen im Kampf für einen unabhängigen Staat: Kanaky.

Verlagsinformationen

Josef Andras

Foto: © Rezvan S.

Sein Name ist ein Pseudonym. Joseph Andras, an der Öffentlichkeit wenig interessiert, wurde 1984 geboren und lebt in der Normandie. Für seinen Roman 'Die Wunden unserer Brüder' wurde er mit dem Prix Goncourt für das beste Romandebüt ausgezeichnet. Ebenfalls erschienen im Hanser Verlag (2017).

Zwischen 2015 und 2018 ist Andras mehrmals auf den Archipel gereist und hat die kanakische Urbevölkerung, ihre Rituale und Bräuche kennengelernt. Sein Bericht darüber ist ein respektables Zeitdokument. Ein biographisches Buch. Er hat mit Augenzeugen gesprochen. 
 

Der Protagonist Dianou, ein Mann in den Zwanzigern, angehender Priester, entschließt sich für das Volk zu kämpfen. In den brutalen Kämpfen mit der französischen Gendarmerie wird  er erschossen. 

Ein Bericht über ein bedeutendes historisches politisches Thema. Erzählt anhand eines Einzelschicksals. Der damalige Premierminister Jacques Chirac prangerte die Freiheitskämpfer als Terroristen an und verurteilte die rohe Gewalt der Barbaren.

Später stellte sich heraus, dass die Realität eine andere war. Alphonse Dianou starb auf dem Weg ins Krankenhaus an den Folgen körperlicher Misshandlung. Erst 2018 räumte die französische Regierung das ein. 30 Jahre nach dem Tod von Dianou. Da war Manuel Macron Präsident. 

 

Siehe dazu auch:

 

Unser 5. literarischer Abstecher, den wir 2021 planen. Jenseits der spanischen Lesereihe.

Französisch-Indochina | Die Perle des französischen Kolonialreiches. Ein riesiges Bordell. 

Heisse Küste

Marguerite Duras  et  L'Illusion Coloniale