leseZEICHEN

Literatur Update. 

04/07/2021

 Internationaler Literaturpreis 2021

Preis für übersetzte Gegenwartsliteraturen  

Die jüngste Tochter

Fatima Daas | Sina de Malafosse 

 Ich heiße Fatima. Ich trage den Namen einer heiligen Figur des Islam. Ich trage einen Namen, den ich ehren muss. 

Fatima ist das Kind, auf das keiner mehr gewartet hat, die Nachzüglerin, die einzige Tochter, die in Frankreich und nicht in Algerien zur Welt gekommen ist. Sie wächst mit ihren Schwestern in der berüchtigten Banlieue Clichy auf. Liebe und Sexualität sind in ihrer Familie ein Tabu. In der Schule ist Fatima unangepasst, laut und voller Wissensdurst. Sie hängt am liebsten mit den Jungs herum und fühlt sich falsch in ihrer Haut. Bis sie Nina trifft und ihre eigenen Gefühle für sie erkennt. Doch eine Frau zu lieben, bringt sie nicht nur in Konflikt mit ihrer Familie, ihrem Glauben, sondern auch mit sich selbst. 

02/07/2021

 Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock: „Wenn man sich von anderen treiben lässt, ist man ein Fähnchen im Wind“ 

 Annalena Baerbock verteidigt sich erstmals selbst gegen den Vorwurf der Urheberrechtsverletzungen in ihrem Buch. Sie habe die Welt anhand von Fakten beschrieben – und kein Sachbuch geschrieben. Es ist ein Buch ohne jeglichen wissenschaftlichen Anspruch. Nun beschäftigen sich viele 'helle Köpfe mit der Thematik 'Urheberrechtsverletzung ja oder nein'. Wie aufregend und packend.

Tja, ist denn schon wieder Sommerloch?

24/06/2021

Deutsch-österreichische Autorin

Nava Ebrahimi gewinnt Bachmannpreis

 Der mit 25.000 Euro dotierte Bachmannpreis für deutschsprachige Literatur geht an die in Iran geborene, in Deutschland aufgewachsene und in Österreich lebende Autorin Nava Ebrahimi. Sie sei eine der spannendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur, hieß es von Seiten der Jury.  

Mit einem Text über die Fluchtgeschichte eines schwulen Tänzers setzt sich Nava Ebrahimi beim Bachmannpreis durch. Die Autorin zeige die Freiräume auf, die Literatur schaffen könne, lobte die Jury. 

29/05/2021

Preis der Leipziger Buchmesse 2021

Preisträgerin in der Kategorie Belletristik

Iris Hanika: "Echos Kammern"

Zu Beginn von Iris Hanikas neuem Roman gelangen wir mit Sophonisbe, einer nicht mehr ganz jungen Dichterin, die wirklich so heißt, nach New York. So tollkühn der Roman anhebt - schon am zweiten Tag befinden wir uns auf einem Empfang bei Beyoncé -, so unnachahmlich katapultiert er uns dorthin, wo die Aufgabe des modernen Dichters liegt: eine neue, ganz andere Sprache zu finden für die Gegenwart, das Glück, das Wesentliche ... für alles.
Es geht um das Leben in den Städten (in der Mitte des Buches kehren wir nach Berlin zurück, das gerade in Gefahr steht, ebenso vom Geld plattgewalzt zu werden wie New York), es geht aber auch um einen späten Liebeswahn, der jedoch, anders als in der Jugend, nicht in den Abgrund führt, sondern nur die letzte Hürde vor der Befreiung von den Zumutungen des Triebs ist, worauf man sich den Freuden des Alters hingeben kann.
"Echos Kammern" ist ein großes Literaturvergnügen, ein Reiseroman ebenso wie ein Liebesroman, streckenweise ein Action-Roman und ein Lebensratgeber, ein Ausflug an den Beginn der Dichtkunst und ein Ausblick in ihre Zukunft. 

26/05/2021

Internationaler Literaturpreis 2021

Das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen verleihen am 30. Juni 2021 zum 13. Mal den Internationalen Literaturpreis für übersetzte Gegenwartsliteraturen an ein Duo aus Autor*in und Übersetzer*in.

Das ist die Shortlist 2021:

„Die jüngste Tochter“ (Claassen, 2021) von Fatima Daas, aus dem Französischen von Sina de Malafosse
„Nach der Sonne“ (Hanser Berlin, 2020) von Jonas Eika, aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
„Weiches Begräbnis“ (Hoffmann & Campe, 2021) von Fang Fang, aus dem Chinesischen von Michael Kahn-Ackermann
„Im düsteren Wald werden unsere Leiber hängen“ (Edition Nautilus, 2020) von Ava Farmehri, aus dem Englischen von Sonja Finck
„An das Wilde glauben“ (Matthes & Seitz, 2021) von Nastassja Martin, aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
„Wetter“ (Piper, 2021) von Jenny Offill, aus dem Englischen von Melanie Walz 

19/05/2021

 Katholischer Jugendbuchpreis

Offener Brief wegen Buchpreisabsage. Die deutsche Bischofskonferenz will den Katholischen Jugendbuchpreis ausfallen lassen. Dem Werk, das die Jury ausgewählt hat, fehle es an christlicher Lebenshaltung. Zahlreiche Autoren wehren sich dagegen. 

 

 222 deutsche Kinder- und Jugendbuchautoren haben einen Offenen Brief unterzeichnet, der den Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz scharf kritisiert. Anlass ist dessen Entscheidung, das für den katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis vorgeschlagene Werk »Papierklavier« nicht auszuzeichnen und den Preis in diesem Jahr überhaupt nicht zu vergeben. 

Maia, 16, pendelt zwischen Schule, Teilzeitjob und ihrer Rolle als Ersatzmutter für ihre jüngeren Schwestern. Als eines von drei Kindern, jedes von einem anderen Vater, wird sie schon mal schief angesehen, lässt sich aber keineswegs unterbuttern. Schnoddrig, selbstbewusst und mit zwei besten Freundinnen an ihrer Seite geht sie durchs Leben, kämpft manchmal gegen ihre eigenen Kilos, meist aber gegen zu starre Schönheitsnormen. Sie steht zu sich und hält zu ihren Freundinnen - komme, was da wolle. Und trotz vieler Verpflichtungen und mancher Niederlagen erobert sie sich mutig ein Stück vom Glück. Ihre Gefühle schreibt sie hier nieder, mit Bildern, die da einspringen, wo Maia keine Worte findet.

Ab 15J.


17/05/2021

 SCHRIFTSTELLER WOLFGANG BORCHERT STARB MIT 26. AM 20. MAI WÄRE ER 100 GEWORDEN 

 Sein Kriegsheimkehrer-Drama „Draußen vor der Tür“ machte Wolfgang Borchert weltberühmt. 

Er ging in Hamburg zur Schule, begann 1939 eine Lehre in der Buchhandlung Boysen, wurde 1941 mit 20 Jahren nach Russland geschickt und erlebte den Irrsinn an der Ostfront mit.
Durch eine Schussverletzung verlor er einen Finger. Ihm wurde der Prozess gemacht, weil er sich angeblich selbst verstümmelt hatte. Borchert entging nur knapp der Todesstrafe, als er abfällige Bemerkungen über das NS-Regime machte.
1945 wurde er von französischen Truppen gefangen genommen. Borchert floh, schug sich bis nach Hamburg durch und kam als seelisches Wrack zwei Tage nach Kriegsende in seiner Heimatstadt an.

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Draußen vor der Tür. 

Aus dem ehemaligen DDR TV-Archiv

26/04/2021

 Preis der Leipziger Buchmesse

Vier der fünf Belletristik-Nominierten sind Frauen 

 In der Kategorie Belletristik hat die Jury der Leipziger Buchmesse vier Frauen auf die fünf Plätze umfassende Nominierten-Liste, gesetzt, wie die Messe mitteilte. Das gab es in der Geschichte des seit 2005 verliehenen Preises noch nie

 Hoffnungen auf die Auszeichnung können sich Iris Hanika ('Echos Kammern'), Judith Hermann('Daheim'), Friederike Mayröcker('da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete') und Helga Schubert ('Vom Aufstehen: Ein Leben in Geschichten') machen. Der Schweizer Christian Kracht komplettiert die Shortlist mit seinem Roman 'Eurotrash'

Aufgrund der anhaltenden hohen Infektionszahlen in der Corona Pandemie wird die Preisverleihung des Preis der Leipziger Buchmesse überwiegend im digitalen Rahmen stattfinden.

Bei der Preisverleihung am 28. Mai, ab 16 Uhr werden daher ausschließlich die Jurymitglieder sowie die Preispaten in der KONGRESSHALLE am Zoo Leipzig vor Ort sein und durch die Preisverleihung führen. Alle Nominierten werden digital auf die Leinwand zugeschaltet . 

11/04/2021

The Hill We Climb – Den Hügel hinauf

Zweisprachige Ausgabe 

Mit dem Gedicht »The Hill We Climb – Den Hügel hinauf«, das Amanda Gorman am 20. Januar 2021 bei der Inauguration des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Joe Biden, vortrug, schenkte eine junge Lyrikerin den Menschen auf der ganzen Welt eine einzigartige Botschaft der Hoffnung und Zuversicht. 

Für die deutsche Fassung von Amanda Gormans Inaugurationsgedicht "The Hill We Climb" wurde ein Dreierteam eingesetzt. 

 Übersetzung: Kübra Gümüsay, Hadija Haruna-Oelker, Uda Strätling 

 Kübra Gümüşay, geborene Kübra Yücel, (geboren am 28. Juni 1988 in Hamburg ist eine deutsche Journalistin, Bloggerin, Autorin und Netz-Aktivistin. Enkelin eines türkischen Gastarbeiters in Deutschland. Sie studierte Politikwissenschaften in Hamburg und an der School of Oriental and African Studies der Universität von London. Seit 2012 lebt sie mit ihrem Mann Ali Aslan Gümüşay in Oxford, Großbritannien. Kübra Gümüşay ist praktizierende, Kopftuch tragende Muslima; sie bezeichnet sich selbst als Deutschtürkin und Feministin 

 

Hadija Haruna-Oelker (* 1980) ist eine deutsche Journalistin und Moderatorin. Sie studierte nach dem Abitur an der Schillerschule Frankfurt von 2000 bis 2006 Politikwissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit den Nebenfächern Volkswirtschaftslehre, Afrikanistik und Soziologie. Anschließend war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für politische Soziologie in Frankfurt mit dem Schwerpunkt Entwicklungsländerforschung sowie am Lehrstuhl der Soziologie mit dem Schwerpunkt Migrationsforschung. Von 2008 bis 2009 absolvierte sie die Berliner Journalisten-Schule. Von 2014 bis 2015 ließ sie sich am Institut für Moderation (imo) an der Hochschule der Medien in Stuttgart zur Moderatorin ausbilden.

Uda Strätling lebt in Hamburg und hat u. a. Emily Dickinson, Henry David Thoreau, Sam Shepard, John Edgar Wideman, Aldous Huxley und Marilynne Robinson übersetzt. Zuletzt das  einmalige Werk von Ann Petry 'The Street'.

Mein Kommentar: Die Frage, wer darf eine schwarze Lyrikerin übersetzen, schadet der Kunst. Jedoch. Die Diskussion um die Legimität einer Übersetzerin oder eines Übersetzers passt in die Zeit. Wenn Schwarze nur Schwarze übersetzen, Weiße nur Weise, gäbe es bald keine guten Übersetzungen mehr. Und keine gute Literatur. Ein guter Übersetzer, eine gute Übersetzerin besitzen ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, eine evidente  sprachliche Kompetenz. Bevor der Streit, wer kann, wer soll, wer darf Literatur übersetzen, sich entzündete, hätte Uda Strätling dieses Projekt alleinig übertragen bekommen. Sie verfügt über die Eigenschaften einer guten Übersetzerin. Vor dem aktuellen Hintergrund dennoch eine intelligente Entscheidung des Verlages. Aber es sollte nicht Schule machen, ein Team aus einer Aktivistin, einer Schwarzen und einer kommerziellen Übersetzerin zu formen. Unabhängig von der Qualifikation jeder einzelnen Akteurin. Übrigens. Ein Vorwort hätte gut getan, in dem das Team über seine Erfahrungen bei der gemeinsamen Arbeit berichtet hätte.

 

06/04/2021

Shortlist Deutscher Sachbuchpreis 

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat die die Shortlist des ersten Deutschen Sachbuchpreises bekanntgegeben.  Unter der Schirmherrschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verleiht die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in diesem Jahr zum ersten Mal den Deutschen Sachbuchpreis.
 
Die nominierten Titel (in alphabetischer Reihenfolge):

Heike Behrend, Menschwerdung eines Affen (Matthes & Seitz Berlin, Oktober 2020)
Asal Dardan, Betrachtungen einer Barbarin (Hoffmann und Campe, Februar 2021)
Jürgen Kaube, Hegels Welt (Rowohlt Berlin, August 2020)
Andreas Kossert, Flucht – Eine Menschheitsgeschichte. Von der Aufklärung bis heute (Siedler, Oktober 2020)
Daniel Leese, Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit (C.H.Beck, Oktober 2020)
Michael Maar, Die Schlange im Wolfspelz. Das Geheimnis großer Literatur (Rowohlt, Oktober 2020)
Christoph Möllers, Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik (Suhrkamp, September 2020)
Mai Thi Nguyen-Kim, Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit (Droemer Knaur, März 2021)