Buch oder Film | Film oder Buch | Was ist besser?

AGNES

PETER STAMM

Agnes ist tot. Eine Geschichte hat sie getötet.

Wir diskutieren über Buch und Film.


Eine anrührende Liebesgeschichte

Ein schweizerischer Schriftsteller von Sachliteratur trifft in Chicago auf die wesentlich jüngere Physikstudentin Agnes, mit der er schnell eine Beziehung eingeht, Sie ermuntert ihn, eine Geschichte über ihre Beziehung zu schreiben. Ein "Portrait" von ihr. Sie ist 25 Jahre alt und schreibt an ihrer Doktorarbeit. Er ist etwa 40 Jahre alt. Sie gehen gemeinsam chinesisch essen, führen Gespräche über Leben und Tod.

Peter Stamm

Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Er lebt in der Schweiz. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt »Agnes« 1998 erschienen sechs weitere Romane, fünf Erzählungssammlungen und ein Band mit Theaterstücken, zuletzt die Romane »Weit über das Land«, »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« und »Das Archiv der Gefühle« sowie die Erzählung »Marcia aus Vermont«. Unter dem Titel »Die Vertreibung aus dem Paradies« erschienen seine Bamberger Poetikvorlesungen. »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« wurde ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2018.

Literaturpreise:

Rheingau Literatur Preis 2000
Bodensee-Literaturpreis 2012
Friedrich-Hölderlin-Preis 2014
Cotta Literaturpreis 2017
ZKB-Schillerpreis 2017
Solothurner Literaturpreis 2018
Schweizer Buchpreis 2018


Der Inhalt

Der Roman handelt von einem namenlosen, vierzigjährigen schweizerischen Sachbuchautor, als Ich-Erzähler, und seiner Liebe zur fünfundzwanzigjährigen amerikanischen Physikdoktorandin. Die beiden begegnen sich in der Bibliothek von Chicago, wo der Ich-Erzähler über Luxuseisenbahnwagen recherchiert und Agnes an ihrer Doktorarbeit schreibt.

Agnes ist eine belesene, intelligente und doch sozial isolierte junge Frau. Die beiden verabreden sich zum Essen, danach geht Agnes mit in seine Wohnung und hat ihre erste sexuelle Erfahrung. Der Ich-Erzähler berichtet ihr, dass er es als Sachbuchautor auch bereits mit Romanen versucht hat.


Daraufhin bittet Agnes ihn, eine Geschichte über sie zu schreiben. Ihr Geliebter beginnt eine Geschichte über sie zu schreiben ab dem Moment ihrer ersten Begegnung bis in die Gegenwart. Es wird deutlich, dass die beiden völlig unterschiedliche Wahrnehmungen der Realität haben. 


Der Ich-Erzähler schreibt die Vergangenheit von ihm und Agnes immer weiter auf, bis die Geschichte schließlich in der Gegenwart angekommen ist. Er schreibt nun über die Gegenwart hinaus in die Zukunft. Agnes lässt sich auf das Spiel ein und versucht dem künstlich geschaffenen, zukünftigen Ich aus dem Roman ihres Geliebten gerecht zu werden. 


Sie zieht beispielsweise in seine Wohnung ein, wie es der Roman vorsieht. Dabei zeigt sich aber immer mehr, dass sich die Geschichte eines Romans nicht immer mit der Lebensrealität übereinbringen lässt. Auch der Ich-Erzähler leidet unter dem Roman, er glaubt nicht nur seine Romanfigur beeinflussen zu können, sondern Agnes Gedanken erraten zu können. Deshalb ist er deprimiert, denn in seiner Vorstellung lehnt die reale Agnes einen Heiratsantrag von ihm ab. Als Agnes von ihm schwanger wird, wendet er sich von ihr ab und stürzt sich in eine Affäre mit Louise. Nachdem Agnes das Kind bei einer Fehlgeburt verloren hat, zieht sie wieder beim Ich-Erzähler ein.


Die beiden beginnen erneut aus der Realität zu flüchten und zusammen schreiben sie eine Geschichte ihres gestorbenen Kindes, wie es aufwächst. Agnes zerreißt die Geschichte und verlangt eine Geschichte, die der Realität entspricht. Die beiden distanzieren sich und stellen fest, wie wenig sie voneinander wissen. Für die Silvesternacht schreibt der Ich-Erzähler zwei Enden seiner Geschichte auf. In einer werden beide zusammen glücklich, in der anderen erfriert sie. 


Die erste Geschichte liest er ihr vor, doch beide sind nicht von diesem Ende überzeugt. Die andere Version entdeckt Agnes und liest sie heimlich. In der Silvesternacht muss Agnes wegen einer starken Erkältung zuhause bleiben. Am nächsten Morgen kommt der Ich-Erzähler wieder und Agnes ist verschwunden. Es bleibt offen, ob sie das Ende des Romans zu ihrer Realität gemacht hat oder ob sie den Ich-Erzähler verlassen hat, um in die Realität zurückzufinden.

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Der Film

Agnes ist ein deutscher Kinofilm von 2016 nach dem gleichnamigen Roman von Peter Stamm. Regie führte Johannes Schmid, das Drehbuch stammt von Nora Lämmermann und Johannes Schmid. In den Hauptrollen sind Stephan Kampwirth und Odine Johne zu sehen.

Ich möchte an der Besprechung des Romans 'AGNES'  teilnehmen. Und den Roman 'Ungebunden' gewinnen.

Donnerstag 29. September 2022 | 19:00 bis 20:30 Uhr | Gemeindesaal Ev.-luth.-Erlöserkirche Ottobeuren, Ludwigstraße 53, 87724 Ottobeuren 

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