Unser Dezember Projekt

Feudale Grausamkeit und klerikale Doppelmoral 

Do 16. Dezember 2021 | 19:00 bis 20:00 Uhr | Vielleicht, hoffentlich wieder analog, im Hirsch | Vielleicht als Hybrid-Veranstaltung | Online und im Hirsch

Requiem für einen spanischen Landmann

Ramón José Sender

Eine Wiederentdeckung. 1952 geschrieben. Bis 1974 in Spanien verboten. 




Missa pro defunctis

Requiem für einen spanischen Landmann

Ramón José Sender

Eine Wiederentdeckung

Wir besprechen Ramón José Senders Erzählung "Requiem für einen spanischen Landmann" von 1952. Und beschäftigen uns mit dem Spanischen Bürgerkrieg. Sender erzählt von dem 1937 ermordeten Landarbeiter Paco el del Molino, der sich für die Rechte der Bauern in seinem Dorf einsetzte. Er wurde getötet, nachdem der Dorfpriester sein Versteck verraten hatte.


Der Spanische Bürgerkrieg wurde zwischen Juli 1936 und April 1939 zwischen der demokratisch gewählten Regierung der Zweiten Spanischen Republik („Republikanern“) und den rechtsgerichteten Putschisten unter General Francisco Franco („Nationalisten“) ausgetragen. Mit Unterstützung und nach militärischer Intervention der faschistischen bzw. nationalsozialistischen Verbündeten aus Italien und Deutschland siegte das Bündnis aus konservativen Militärs, katholischer CEDA, den Karlisten und der faschistischen Falange. Diesem Sieg folgte das Ende der Republik in Spanien und die bis zum Tode Francos 1975 anhaltende franquistische Diktatur (1939–1976).

Ramón José Sender

Foto: © Carles Fontsere. Estudios Altaragoneses.


Ramón José Sender, geboren 1901 in Aragonien, war Journalist und Autor. Er nahm auf der Seite der Republikaner am Bürgerkrieg teil. Über die Hälfte seines Lebens hat er im Exil verbracht: in Frankreich, Mexiko und seit 1942 in Amerika, wo er Literatur unterrichtete und 1982 in San Diego, Kalifornien, starb.

Die unter Franco praktizierte Konspiration von Oligarchie, Klerus und Militär gegen die Reformpolitik der Zweiten Republik bilden den Hintergrund des tragischen Geschehens in einem aragonesischen Dorf.

Der junge, im ganzen Dorf beliebte Bauer Paco del Molino ist erschossen worden. Sein einziger tödlicher Fehler war es, an Gesetz und Gerechtigkeit zu glauben und danach zu handeln. Schon als Kind wollte er dem Hund beibringen, dass die Katze ebenfalls ein Recht auf Leben hat. Das sah der Hund nicht ein, und im Spanien der 1930er Jahre sahen das viele Hunde nicht ein. Und darum musste Paco sterben. An dieses unglückliche Ende denkt der Pfarrer Millán, während er eine Totenmesse für ihn vorbereitet.
Auch sich selbst kann der Priester nicht freisprechen von einer Mitschuld.

In Spanien durfte das 1952 geschriebene Werk erst 1974 erscheinen, wie man dem lesenswerten Nachwort des Spanienkenners und Autors Erich Hackl entnimmt. Auf Deutsch ist es (nach einer früheren Suhrkamp-Ausgabe) 2018 bei Diogenes erschienen in einer neuen, sorgfältigen Übersetzung von Thomas Brovot.

Ich möchte an der digitalen Besprechung des Romans 'Requiem für einen spanischen Landmann' via Google Meet  teilnehmen. Termin DO 16. Dezember 2021, 19:00 bis 20:00 Uhr.

(Die Teilnahme ist kostenfrei und unverbindlich)

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