Corona Cool Down

Entspannung, Erholung, Ruhe, Normalisierung. Regeneration, Zerstreuung, Ablenkung, Unterhaltung, Aufmunterung, Abwechslung.

"Höre die Stimmen der Vormütter. Sie fragen euch, warum die Erde vergiftet und verbraucht ist. Sie erinnern euch daran, woher ihr gekommen seid. Sie wollen euch daran erinnern, dass die Erde unsere Mutter ist. Wenn wir ihr das Leben nehmen, werden wir mit ihr sterben."

Mari Boine.1989

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Mari Boine - "Gula Gula"

Mari Boine (* 8. November 1956 in Gámehisnjárga, Karasjok Norwegen). Samische Sängerin.

"Ich nehme nur noch weißes, schattenloses Licht wahr. Der seelenvolle und zugleich mitleidlose Gesang von Mari Boine legt sich matt auf mich nieder. Eine leise Verbindung zu meinem erloschenen Leben."

Das Eulenmädchen

Ein Mann am emotionalen Abgrund auf der Suche nach seiner Tochter.


     "Ich verschließe meine Augen. Erinnerungsfetzen zerrinnen. Angesengte Hautgespinste  schieben sich wie ein doppelt belichtetes Bild über einen in Splitter zerbrechenden Torso und verfließen. Den Regen, der unbefleckte Scherbenstücke zurück lässt, spüre ich nicht mehr. Die Schwere meines Filzmantels, der die Wassertropfen kaum noch absorbiert, empfinde ich nicht. Es nagt eine übermächtige Gedrücktheit an mir, das Gefühl, innerlich zerrissen zu werden, beginnt zu wachsen. Urplötzlich werde ich in diesen unwohlvertrauten depressiven Gemütszustand versetzt, der sich immer wieder wie ein hässlicher Fluch beigesellt. Die aufkommende Übelkeit entwickelt sich zu einem bohrenden Schmerz. Ich fühle einen heftig einsetzenden Schweißausbruch. Das Regenband senkt sich beklemmend nieder, gleich einer braunen von rostroten Adern durchzogenen Tierhaut. 

     Angekohlte Unterarme, zerborstene Suchscheinwerfer, angesengte Augenbrauen, schmierige Bodenkacheln, gebrochene Beine verschmelzen zu einem marternden Wahnbild. Es waren nicht mehr die Regentropfen, die von meinen Nackenhaaren in den aufgeschlagenen Mantelkragen tropfen, sondern die Schweißperlen, die von meinen Haarspitzen herunter rinnen. Hastig hole ich aus einer Manteltasche eine Medikamentenschachtel hervor, drücke mit zittrigen Händen zwei Tabletten aus der Folie heraus und schlucke sie hinunter. Die Schachtel gleitet mir aus den Händen und fällt auf den breiigen Boden. Da ist er wieder, dieser herzschnürende Mahnruf. Augenflimmern. Dämmergrauer Himmel. Grabesstille. Ich falle in eine tiefe Ohnmacht. Die seelische Not schickt mich auf eine umnebelnde, betäubende Odyssee. Eingehüllt von einem blutbeuligen, vom Regen durchtränkten Überwurf, der mich bleiern einschnürt. Ich nehme nur noch weißes, schattenloses Licht wahr. Der seelenvolle und zugleich mitleidlose Gesang von Mari Boine legt sich matt auf mich nieder. Eine leise Verbindung zu meinem erloschenen Leben. Ich schwebe auf einem jenseitigen blaugrauen Peryton davon. Verwaiste Verlorenheit."

Cuovgga airras

(Dt. Seeschwalbe)

Mari Boine



Mari Boines neuntes Solo-Album kaufte ich 2009. Bis dato hatte ich sie nicht entdeckt.  Hier vermischt sich klassisches Folkgitarrenspiel mit afrikanischen Chorklängen. Geprägt vom Klang der samischen Sprache, die in Boines Interpretation warm und kalt zugleich klingen kann. 

Horst G. Flämig. Moderation.