Die Schriftstellerin Petra Morsbach untersucht Machtmissbrauch in Politik, Kirche und Kultur. Warum Menschen autoritäre Übergriffe nicht nur hinnehmen, sondern sogar beim Vertuschen helfen und weshalb ertappte Mächtige oft ähnlich reagieren.

Der Elefant im Zimmer

Erschienen am  31. August 2020

Einer der Schauplätze von Petra Morsbach neuem Essay ist die Bayerische Akademie der schönen Künste. Die 'oberste Pflegestelle der Kunst'. Gegründet 1948 vom Freistatt Bayern.
Hier hat das laut Präsident Michael Krüger folgende "Gesetz" Gültigkeit: 

'Buchvorstellungen macht die Akademie nicht''. 


Eine mächtige Feststellung, mit der er seinem Vorgänger Dieter Borchmeyer , der als Präsident abgewählt wurde, folgt. Fügsam und artig.

Das neue Werk von Petra Morsbach handelt von Macht und was geschieht, wenn der Machtmissbrauch aufgedeckt wird. Ein Buch, das an der Akademie vorgestellt werden sollte. Aber diese hält sich an ihr "Gesetz". Anständig und manierlich.

Über Machtmissbrauch und Zivilcourage

  • Warum deckt eine Kirchenbehörde einen Kardinal, von dem intern seit Jahrzehnten bekannt ist, dass er Schüler und Novizen sexuell missbraucht? 
  • Warum will in einem Untersuchungsausschuss nicht mal die Opposition den Fehltritt einer Ministerin wirklich aufklären? 
  • Warum akzeptieren die Künstler einer Akademie ein Verbot von Dichterlesungen? 


Eine präzise und verständliche Analyse der Mechanismen von Machtmissbrauch und dessen Duldung - und eine hilfreiche Anleitung zum Widerstand, die durch Corona eine besondere Aktualität erlangt hat. Wie achtet und beachtet man Grundrechte? Wie verteidigt man sie? Und wie holt man sie zurück, wenn sie verloren gegangen sind?

Petra Morsbach

Petra Morsbach, geboren 1956, studierte in München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. »Opernroman«, »Gottesdiener« und »Justizpalast«. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Jean-Paul-Preis. 2017 erhielt sie den Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim und den Wilhelm-Raabe-Preis.

Foto: © Bogenberger/autorenfotos.com

Lernen Sie weitere Werke von Petra Morsbach kennen!

Ein farbenprächtiger Roman über Leben und Lieben auf der Bühne

Triumph und Niederlage, Höhen und Tiefen, nirgendwo wird so intensiv gelebt und gelitten wie in der Oper. Dabei geht es hinter den Kulissen mindestens so dramatisch zu wie auf der Bühne. Von der Diva bis zum Beleuchter, von der Kantinenwirtin bis zum Intendanten – sie alle sind Teil eines ganz speziellen sozialen Kosmos, von dem Petra Morsbachs »Opernroman« leichtfüßig erzählt. Da opfern die einen für die Kunst ihr Leben, während andere die Kunst skrupellos in den Dienst ihrer Karriere stellen. Intrigen, Liebschaften und große Gefühle gehören zum Alltag – auch nachdem der Vorhang gefallen ist.


Die faszinierende Geschichte einer russischen Mutter Courage

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Irrungen und Wirrungen eines katholischen Provinzpfarrers

Isidor Rattenhuber, geschlagen mit roten Haaren, einem hartnäckigen Stottern und seiner Herkunft aus einem armen, lieblosen Elternhaus, wird Priester, um all dem zu entgehen. In der Liturgie erlebt er Ordnung und Geborgenheit, beim Vorlesen der Heiligen Schrift verliert sich sein Sprachfehler. So wirkt er jahrzehntelang in einer kleinen Gemeinde namens Bodering, lernt innerhalb und außerhalb des Beichtstuhls die Schicksale und Sünden seiner Schäfchen kennen, hadert mit der Einsamkeit und den veralteten Strukturen der Kirche. Und verliert zum Schluss beinahe, was ihm all die Jahre Motor war: den Glauben.




Der große Gesellschaftsroman über Recht und Gerechtigkeit

Thirza Zorniger stammt aus einer desaströsen Schauspielerehe und will nichts anderes, als für Gerechtigkeit sorgen. Unter der Obhut des Großvaters und zweier ältlicher Tanten wird aus dem kleinen Mädchen eine fleißige Studentin und zuletzt Richterin im Münchner Justizpalast. Doch auch hier ist die Wirklichkeit anders als die Theorie: Eine hochdifferenzierte Gerechtigkeitsmaschine muss das ganze Spektrum des Lebens verarbeiten, wobei sie sich gelegentlich verschluckt. Und auch unter Richtern geht es manchmal zu wie in einer chaotischen Familie ...